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Rede und Antwort mit Gegenpol

Wir haben die Musikgruppe Gegenpol getroffen und ihnen einige Fragen gestellt.

Musikalisch seid ihr keine unbekannten und vor Gegenpol habt ihr auch schon Musik gemacht. Wie kam es zur jetzigen Formation?

Hallo. Vielen Dank für das Interesse an unserer Gruppe. Wie kam es zur Formation? Gute Frage 🙂 Wir sind alle schon mehrere Jahre musikalisch aktiv und jeder von uns versuchte in der Vergangenheit seinen Weg zu finden. Die Idee, nochmal neu anzufangen, mit neuem Namen usw. war eher das Resultat daraus, dass die alten Wege festgefahren waren.

Private wie berufliche Verpflichtungen ließen die vorangegangenen Projekte brach liegen und so taten sich die Jungs, welche noch Zeit und Muse hatten, zusammen um etwas neues zu schaffen.
Da wir uns alle einig waren was Stil und Texte anging und jeder nun seine Instrumente recht gut beherrschte, ging es relativ schnell, dass wir mit unserem Debüt „Protestgeneration“ den Musikmarkt beglücken konnten. Die Besetzung ist seitdem konstant und wir sind guter Dinge, dass es auch in Zukunft so bleiben wird.

Nach „Protestgeneration“ ging es ja sehr zeitnah weiter und es gab eine Kooperation mit Jungvolk namens „Geist ist geil“. Habt ihr hier eine Fortsetzung geplant?

Das wissen wir selber nicht. In gewisser Weise gab es eine Fortsetzung, in Form einer Minisplit von PORNO (einem Projekt unseres Sängers) und Jungvolk, welche kürzlich bei FREIHEITSROCK zum kostenlosen Download erschien.

Was macht ein „Gegenpoler“, wenn er nicht gerade Musik macht?

Wir versuchen, unser Leben sinnvoll zu gestalten. Der Eine familiär, der Andere sportlich und ein wieder Anderer versucht, im Beruf das Bestmögliche zu erreichen. Egal wie verschieden unsere Wege sind, uns eint der Wille etwas zu verändern. Wir alle versuchen etwas beizutragen und nicht nur zu schimpfen. Der Eine mehr, der Andere weniger, aber wir versuchen nie den Stillstand zu erlangen, mit welchem sich der Hauptteil der Gesellschaft zufrieden gibt. Wir leben in schweren Zeiten, die uns aber durch Brot und Spiel von den Oberen als das Paradies auf Erden verkauft werden.
Und das Problem ist, es funktioniert! Die Masse folgt blind der Obrigkeit und hat vergessen, aufzustehen und zu hinterfragen. Wir wollen mit unserer Musik einen Teil dazu beitragen, dass der Ein oder Andere aufhört, wie eine Drohne durch das Leben zu gehen.

Kommen wir nochmal auf das Projekt PORNO zurück. Hier seid ihr auch mit dabei, was man beim gratis Download „free session 2016“ deutlich hören kann und was ihr am Anfang des Gesprächs auch bestätigt habt. Was dürfen wir hier erwarten und was könnt ihr uns bereits im Vorfeld über diese Gruppe verraten?

PORNO ist in gewisser Weise ein Projekt unseres Sängers, der mal etwas anderes probieren wollte. Gegenpol ist textlich eine recht ernste Band und dieser Linie wollen wir im Groben auch treu bleiben. Doch mit den Jahren wurden auch Texte geschrieben, die nicht ganz in das Konzept von Gegenpol passten und so entschied man sich, sie mit teils anderen Musikern unter dem Namen PORNO zu vertonen. Das Projekt ist eher punkig und nimmt sich nicht ganz so ernst wie Gegenpol, was nicht heißen soll, dass es thematisch keine klaren Aussagen geben wird.
Es sei soviel verraten, für die Debüt-CD hat man sich ein paar sehr gute Sänger mit an Bord geholt, die Qualität und Abwechslung garantieren 😉

Themensprung: Wie steht ihr zu den aktuellen Entwicklungen im „Land, wo Milch und Honig fließt“, USA?

Wie es werden wird, können wir leider selber nicht einschätzen, aber wir gehen gelassen an die Sache ran. Dass sich die Medien überschlagen und meinen, alles zu dramatisieren, ist ja nix Neues.
Die Wahl in Amerika hat aber gezeigt, dass die Menschen in den USA, genauso wie die Bewohner Europas, sich immer mehr von der Politik verraten fühlen und bereit sind, radikale Veränderungen zu wagen.
Auch hat es gezeigt, dass die Medienberichterstattung völlig an der Wahrheit vorbei läuft und die Politikerkaste mit ihren Medienimperien immer mehr den Sand unter den Füßen verliert.
Wir sind gespannt, wie es sich entwickelt und hoffen das Beste!

Ihr seid Teil der Initiative Freiheitsrock. Wie ist das entstanden und was waren eure persönlichen Beweggründe?

Die Idee hinter Freiheitsrock ist die, dass sich Musiker unter dem Banner vernetzen, unterstützen und voran bringen. Was will man als Musikgruppe mehr? Uns ist es wichtig, dass wir als Musiker mit Botschaft ernst genommen werden, und wir sind der Meinung, dass eine professionelle Produktion die halbe Miete ist, um dieses Ziel zu erreichen. Da bei Freiheitsrock auf eine gewisse Hochwertigkeit geachtet wird und dort Musiker untereinander und miteinander versuchen, das Beste aus einer Produktion zu machen, haben wir keinen Moment gezögert, der Initiative beizutreten und zukünftig unsere Scheiben unter dem Namen zu veröffentlichen.

Würdet ihr die Themen eurer Lieder anders auswählen oder die Texte direkter schreiben, wenn ihr euch in diesem Land wirklich frei fühlen würdet?

Im Groben und Ganzen sind wir mit unseren Texten zufrieden. Es ist immer wieder erschreckend, wie weit man bei den Texten eingeschränkt wird, da alles falsch interpretiert werden kann.
Wir denken, eine sogenannte „wehrhafte Demokratie“ sollte doch die freie Meinung eines jeden Einzelnen ertragen.

Hand aufs Herz: Was plant Gegenpol für die Zukunft?

Wir arbeiten an neuen Texten und neuer Musik, aber Familie und Beruf lassen das Ganze recht bescheiden voran gehen. Wann und in welcher Form etwas neues kommt, wollen und können wir an dieser Stelle noch nicht sagen. Wir danken für das Interesse an unserer Gruppe und hoffen, wir konnten etwas Licht ins Dunkel bringen.

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt! ■

 

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Published in INTERVIEWS