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Musik: Hobby oder Mittel zum Zweck?

Wir haben den Weg der Musik für uns entdeckt. Kritiker sagen gerne, dies wäre ja nur ein Hobby und diene dem Selbstheil, da Musik nichts bewegen würde. Ist das wirklich so?
Ein Kommentar.

Wer etwas zu sagen hat, kann und sollte das auch tun. Hierfür stehen vielfältige Mittel zur Verfügung und es gibt sehr kreative Wege, seine Botschaft zu verbreiten oder seinen Unmut kundzutun:
Gesicht zeigen kann man beispielsweise bei einer Demonstration, wichtige Inhalte können sehr gut in einem Flugblatt verpackt werden und Meinungsbildung und -findung findet heute oft im Internet (und immer seltener im persönlichen Gespräch) statt, um nur drei der bekannten, „klassischen“ Arten zu nennen. Und dann gibt es da die Musik.

Natürlich enthält ein Lied nicht die Masse an Informationen wie ein Referat oder Flugblatt zu einem Thema, der entscheidende Faktor ist aber, dass hier um Längen mehr Emotion transportiert werden kann. Die Quintessenz ist enthalten – die Botschaft übermittelt. Wem es nahe ging, der denkt darüber nach. Ziel erreicht!
Wer ein (politisches) Thema näher kennen lernen will, der greift ohnehin zu einem guten Buch oder einer anderen ausführlichen Quelle. Lernen durch Musik funktioniert in dieser Beziehung nur bedingt. Schlüsselereignisse hingegen lassen sich sehr gut beschreiben, ein Thema aus einer anderen Sichtweise lässt sich sehr gefühlvoll vertonen.

Musik bewegt nichts, lautet der Vorwurf. Wirklich? Wenn sich der Inhalt auf reines Jammern beschränkt, könnte man fast zustimmen. Musik löst keine Konflikte, das ist unumstritten. Das tut aber kein Medium der bloßen Meinungsäußerung.
Im Kopf kann Musik aber durchaus ein Umdenken anregen, den Stein des Anstoßes auslösen, um sich, seine Umgebung oder einen Umstand zu hinterfragen.
Als weiteren Effekt verbindet Musik und schafft ein Gemeinschaftsgefühl. Das ist offensichtlich: Jedes Land besitzt eine Nationalhymne, jeder Fußballclub hat einen Vereinstitel und Arbeiterlieder gibt es schon fast solange wie die Arbeit selbst.

Musik „springt dem Hörer nicht ins Gesicht“, stattdessen macht sie aufmerksam, regt einen Denkvorgang an, führt auf einen Weg. Einen Weg, auf welchem der Hörer beginnt, sich zu informieren und womöglich eben jene Aufsätze und Vorträge zu beachten, welche in die Tiefe gehen.

Selbstverständlich ist Musik auch in gewisser Weise ein Hobby. Sogar ein recht teures und zeitintensives, das steht außer Frage. Diesen Einsatz bringt ein musikalischer Aktivist aber gerne. Genauso wie jeder andere Aktivist seinen Beitrag auch trägt. Nichts funktioniert auf dieser Welt eben ohne Investition.

Vielen sind die Argumente der Kritiker sowie Befürworter von Downloadportalen bekannt. Hierüber lässt sich bekanntlich streiten – nur ändern lässt sich folgender Umstand nicht: Die Verbreitung von Musik kann keiner kontrollieren – wir alle kennen das Klagelied der großen Labels des Mainstreams.
Dies kann Fluch und Segen des musikalischen Aktivisten sein. Gerade durch das Internet verbreitet sich ein Lied rasend schnell. Wenn das erwünscht ist, hat man ein geeignetes Medium, um seine Inhalte exponentiell zu verbreiten.

Musik sollte deshalb nicht zur Selbstherrlichkeit produziert werden. Tausend Wege führen zum Ziel und dies ist einer dieser Wege! Die virale Verbreitung von Videos und Liedern im Netz bestätigt uns in unserem Handeln. Jede Zeit, jede Bewegung und jede Subkultur hat und hatte ihre Musik, ihren Soundtrack. Wir wollen Teil der Veränderung sein, wir wollen den „Soundtrack der Erneuerung“ spielen!

Es ist vollkommen klar, dass man nicht in jedem Charakter das Verständnis für unsere Sache wecken kann. Das kann aber auch kein Flugblatt und kein Referat. So kommt es doch recht häufig vor, dass so etwas ungelesen im Papierkorb landet, vielleicht sogar abgetan als lästige Werbung. Einen Ohrwurm wird man hingegen nicht so leicht los.

Fazit:
Wir hören Musik auf Partys, beim Putzen, im Auto, beim Sport, während der Arbeit, wann immer wir Zeit haben oder uns „danach ist“.
Musik weckt Emotionen und ja, Musik darf auch Spaß machen. Musik ist die Sprache des Gefühls. Sie darf Ironie, Sarkasmus, Satire enthalten. Auf keine andere Art lassen sich Emotionen so klar ausdrücken wie mit dem zarten Bogenstrich der Violine oder dem brachialen Sound einer E-Gitarre.
Musik darf vom Alltag ablenken, zum „abschalten“ gehört werden.  Sie weckt Erinnerungen, gute wie schlechte, an ein Erlebnis, eine Zeit, ein Gefühl. Musik macht Mut, lässt uns mit dem Auto entspannt oder schnell fahren, läuft manchmal nur im Hintergrund. Musik begleitet uns in den Kopfhörern oder beim Sport und spornt zur Höchstleistung an, zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht oder rührt zu Tränen. Musik schafft Gemeinschaft. Nur eines tut Musik nie: Sie lässt uns niemals kalt.

Musik ist wichtig. Es gibt niemanden, der ohne Musik lebt. Musik ist unser Mittel, ein Teil der Veränderung, der auf vielfältige Art und Weise unersetzlich ist. ■

Published in ALLGEMEIN

One Comment

  1. Andreas Schmidt Andreas Schmidt

    Wo man singt das lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder

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